The Future of ...
Digitalisierte Mobilität

INIT baut auf offene Systemarchitekturen und standardisierte Schnittstellen

Interoperabilität von IT-Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr bildet das Fundament für die multimodal vernetzte Mobilität von morgen. Nur mit konsistenten Echtzeit-Informationen über Stadt- und Verbundgrenzen hinweg können Mobilitätsnutzer von neuen Angeboten profitieren. Verkehrsunternehmen können mithilfe von Standards die für sie beste IT-Lösung einkaufen und langfristig einsetzen. Aus diesem Grund hat sich INIT seit Anfang 2017 gleich in zwei Forschungsprojekten der vom BMVI geförderten Initiative „Digitale Vernetzung im öffentlichen Personennahverkehr“ für die Standardisierung stark gemacht. Beide Projekte konnten vor wenigen Wochen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

Ziel des Projekts „Digitalisierte Mobilität – Fahrzeug und Haltestelle (DiMo-FuH)“ war die Entwicklung von standardisierten Schnittstellen und Standards zur Vernetzung von Systemen, die zur Fahrgastinformation im öffentlichen Verkehr herangezogen werden können – unter besonderer Berücksichtigung der räumlichen Umgebung der Haltestelle und des Fahrzeugs als zentralem Verbindungspunkt in der intermodalen Reisekette der Mobilitätsnutzer.

Unter Federführung von INIT wurde in Anlehnung an Ansätze aus dem Internet-of-Things eine Architektur mit einem Broker als zentralem Nachrichtenvermittler entwickelt. Auf Basis bereits existierender Standards wie z. B. SIRI oder NeTEx erfolgte dann eine Standardisierung der Schnittstellen zwischen der Leitstelle einerseits und Fahrzeuginfrastruktur, Haltestelleninfrastruktur sowie Fahrgastinformation andererseits. Als zentrale Kommunikationsinstanz richteten die Projektbeteiligten einen Broker auf MQTT Basis (Message Queuing Telemetry Transport) ein. Der Feldtest dieses neuen Kommunikationsstandards in München war ein voller Erfolg: Der INIT-Bordrechner COPILOTpc2 hat nach kleineren Startschwierigkeiten sozusagen auf Knopfdruck über den neu entwickelten Standard mit einem fremden Intermodal Transport Control System (ITCS) kommuniziert und umgekehrt das MOBILE-ITCS von INIT mit den Bordrechnern eines anderen Herstellers. Auch dynamische Fahrgastinformationssysteme (DFI) wurden mit dem ITCS des jeweils anderen IT-Anbieters erfolgreich vernetzt.

Der neue Standard erlaubt es, INIT-Lösungen auch in fremden IT-Umgebungen einzusetzen – und dies ganz ohne projektspezifisch entwickelte Schnittstellen. Die Anlässe für das Vernetzen verschiedener Systeme sind ebenso vielfältig wie weit verbreitet. Als zwei Beispiele seien hier der Betrieb einer gemeinsamen Leitstelle mit neuen Unterauftragnehmern genannt oder auch die test- oder schrittweise Einführung von MOBILE-ITCS für die wachsende Elektrobusflotte.

Ergebnis des Projekts ist unter anderem der Entwurf für eine neue VDV-Schrift mit dem Namen „Internet of Mobility“ – kurz IoM, der bereits Ende September beim VDV eingereicht wurde. INIT ist stolz, dieses richtungsweisende Projekt als Konsortialführer vorangetrieben zu haben.

Neben der Verbesserung der Fahrgastinformation hinsichtlich Transparenz und Konsistenz durch die Schnittstellenstandardisierung führt die Öffnung der Informationssysteme um weitere Verkehrsmodi (z. B. Car- oder Bike-Sharing) zu einer höheren Attraktivität des öffentlichen Verkehrs. Bei Letzterem setzte das Projekt „Digitalisierte Mobilität – die Offene Mobilitätsplattform (DiMo-OMP)“ an.

Das Projekt befasste sich mit der Erstellung einer Referenzarchitektur für eine offene Mobilitätsplattform und der Standardisierung der hierfür benötigten Schnittstellen. Bei einer offenen Mobilitätsplattform werden sämtliche Komponenten über standardisierte Schnittstellen angeschlossen. Demnach kann eine solche Plattform beliebig erweitert und mit anderen offenen Plattformen verknüpft werden. Auf diese Weise lassen sich sowohl neue Mobilitätsanbieter als auch weitere Apps und andere Mobilitätsplattformen ohne architektonische Änderungen ein bzw. anbinden. Als Beispiel seien hier die Bike-Sharing-Angebote genannt, die regelmäßig neu ausgeschrieben werden. Des Weiteren können auch Mobilitätsplattformen von Nachbarstädten ohne größeren Aufwand angeschlossen werden, sodass der Nutzer über die eigene, gewohnte Plattform gebietsübergreifend Fahrtauskünfte einholen und Fahrten buchen kann.

Bei den eben genannten Zielen standen im Projekt „DiMo – OMP“ insbesondere der Mobilitätsnutzer und der Komfort einer integrierten durchgängigen Servicekette im Vordergrund. Der Nutzer soll von der Reiseplanung über die Buchung bis hin zur Durchführung und Abrechnung seiner intermodalen Fahrt begleitet und unterstützt werden.

In den knapp zwei Jahren der Projektlaufzeit konnte INIT mit ihrem umfassendem Know-how im Bereich Buchung und Ticketing wesentliche Impulse setzen, andererseits aber auch wertvolle Erkenntnisse gewinnen. So ist nun auch MOBILEvario, INITs System für Abrechnung und Ticketing, auf einem guten Weg, intermodal zu werden. Davon profitiert nicht zuletzt wiederum das Leuchtturmprojekt regiomove, bei dem eine intermodale Mobilitätsplattform für die Region Karlsruhe erstellt wird und für das INIT die Buchung und Abrechnung umsetzt.

Kontakt

Dr. Roxana Hess

Projektmanager
INIT GmbH
Deutschland

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