An die Aktionärinnen und Aktionäre

Vorstand (v.l.n.r.): Dr. Jürgen Greschner (CSO), Jennifer Bodenseh (CFO), Dr. Gottfried Greschner (CEO), Matthias Kühn (COO)

Liebe Aktionärinnen und Aktionäre,

eine Rückschau auf das Jahr 2020 fällt angesichts der Pandemie-Krise mit all ihren negativen Begleiterscheinungen natürlicherweise eher kritisch aus. Wir alle in der init Unternehmensfamilie waren stark betroffen von Einschränkungen. Einige wenige von uns waren auch an Corona erkrankt, zum Glück meist mit mildem Verlauf. Besonders hart betroffen waren Familien mit Kindern, da Kitas und Schulen geschlossen waren und für diese oft die Home-Office-Situation eine Zumutung bedeutete. Im Unterschied zu anderen Unternehmen konnten wir dennoch sehr effizient weiterarbeiten. Ich freue mich, als Vorstand an dieser Stelle feststellen zu können, dass unsere Mitarbeitenden dies mit beispielhaftem Engagement und großer Zielstrebigkeit getan haben. So haben wir gemeinsam angepackt und die vielfältigen neuen Herausforderungen gemeistert, wofür auch das Motto unseres diesjährigen Kurzberichts #INITtogether steht. Für diese Leistung möchte ich allen danken.

Wir können Ihnen daher - trotz allgemeiner Widrigkeiten für Unternehmen in aller Welt - auch für 2020 eine Erfolgsbilanz vorstellen. Der init Konzern hat die Wachstumsziele in Umsatz und Ergebnis gut erreicht. Der Umsatz ist um mehr als 15 Prozent auf rund 181 Mio. Euro gestiegen, das ist ein neuer Rekordwert. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), einer für uns wesentlichen Erfolgsgröße, haben wir um rund 20 Prozent auf deutlich über 19 Mio. Euro zugelegt und damit den oberen Rand unseres Zielkorridors erreicht. Das Ergebnis pro Aktie, und damit die wesentliche Bestimmungsgröße für die Ausschüttung an unsere Aktionärinnen und Aktionäre, konnte von 1,13 Euro auf 1,50 Euro verbessert werden und die init Aktie gewann 2020 insgesamt um 46 Prozent an Wert. In 2021 stieg ihr Kurs weiter an und erreichte mit 41,20 Euro ein historisches Hoch.

Mit diesen Ergebnissen sind wir sehr zufrieden, zumal unsere Kunden, die Verkehrsbetriebe, von den Lockdowns stark betroffen waren und massive Rückgänge der Fahrgastzahlen verzeichnen mussten.

Die digitalen Innovationen der init unterstützen die Verkehrsbetriebe wirkungsvoll. Das gilt für Smart-Ticketing-Lösungen, mit denen wir mittlerweile mit hohen Wachstumsraten Marktführer in Deutschland und den USA sind, genauso wie für MOBILEguide, ein Fahrgastleitsystem online sowie an den Bahnsteigen, und das MOBILE-ITCS nextGen, ein innovatives Leitsystem der nächsten Generation, das u. a. mit künstlicher Intelligenz die Effizienz im Verkehrsbetrieb und die Qualität des Reisens erhöht.

Große Marktchancen sehen wir auch für unser modulares, webbasiertes und skalierbares Leitsystem, ein ITCS smart (Intermodal Transport Control System), das insbesondere auf den Bedarf privater Flottenbetreiber zugeschnitten ist. Das Besondere daran ist, dass bei anspruchsvoller Funktionalität den Verkehrsbetrieben der Vorteil niedriger Investitionskosten für einen standardisierten Leistungsumfang geboten wird. Der Kunde kann über einen längeren Zeitraum mieten oder leasen. Wir können uns dadurch neue Kundenzielgruppen erschließen und langfristige, kalkulierbare Einnahmen sichern.

Neue Chancen im Bahnmarkt erwarten wir auch für unser MOBILE-ITCSrail, das für Bahnsysteme konzipiert ist. An dieser neuen Entwicklung für den Bahnbereich haben wir in 2020 intensiv gearbeitet. Dieses Jahr nimmt unser erster Kunde die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) das System in Betrieb. Die AVG gehört zur Stadtbahn Karlsruhe, die ein Streckennetz von über 500 km Länge bedient.

2021 wird wegen den Auswirkungen der Corona-Krise noch ein Jahr des Übergangs sein. Die Wachstumstrends haben sich für init sogar verbessert, weil die Digitalisierung wegen der Corona-Krise einen zusätzlichen Impuls erhalten hat. Beispiele sind die Fahrgastzählung und ein dadurch ermöglichtes Buchen von Fahrzeugen mit genügend freien Plätzen, die Entzerrung der Fahrgastströme an den Bahnhöfen und die Beschleunigung bei der Einführung berührungsloser Ticketing-Systeme. Von politischer Seite wird weltweit die nachhaltige Verkehrswende forciert. Dies führt weiterhin zu einer steigenden Nachfrage nach digitalen Lösungen etwa zum Ausbau der Elektromobilität und zur Vernetzung von Mobilitätsdienstleistungen auf einer Plattform (Mobility as a Service, MaaS). Für die wegweisende Mobilitätsplattform regiomove aus Karlsruhe hat init die Buchungsplattform entwickelt.

Auf all diesen Feldern sind vielversprechende Ausschreibungen und Aufträge zu erwarten, von denen wir uns in Zukunft weiteres Wachstum erhoffen. Auf Basis einer vorsichtigen Planung, die auch coronabedingte Rückschläge antizipiert, sehen wir für das laufende Jahr eine stabile Entwicklung. Ab 2022 sollte es uns jedoch möglich sein, unser nachhaltiges Wachstumsziel von durchschnittlich 15 Prozent im Jahr wieder zu erreichen.

Wir arbeiten jedenfalls - auch unter Corona-Umständen - weiter dafür, das Vertrauen in unsere nachhaltigen Wachstumsperspektiven, das Sie, unsere Aktionärinnen und Aktionäre, und die Börse uns gegeben haben, weiter zu stärken.

Herzlichst

Dr. Gottfried Greschner, Vorstandsvorsitzender

init innovation in traffic systems SE