Interview mit Jennifer Bodenseh,
Finanzvorstand der init

>> Frau Bodenseh, Sie sind im Herbst 2018 in den Vorstand berufen worden. Wie war der Einstieg in Ihre neue Tätigkeit?

Wie viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bin auch ich der init bereits seit vielen Jahren verbunden. Da wir den Umstieg mittelfristig geplant hatten, war meine Berufung keine Überraschung. Insofern – und dank der großen Unterstützung, die ich erfahren habe – fühle ich mich bestens vorbereitet, um mich zum Wohle des Unternehmens den neuen Herausforderungen zu widmen.

>> Welche Schwerpunkte möchten Sie setzen?

Meine Zielsetzungen knüpfen nahtlos an die meiner Vorgänger an: So befassen wir uns aktuell mit der Stärkung der Effizienz und Transparenz unserer internen Prozesse. Insbesondere prüfen wir, ob und wie sie nach dem starken Wachstum der init in den letzten Jahren in ihrer jetzigen Form noch für uns geeignet sind oder optimiert werden müssen. Darüber hinaus haben wir Anfang 2019 eine Strategie für die mittelfristige Finanzplanung erarbeitet, um das strategisch geplante Wachstum der init zu unterstützen und abzusichern.

>> Wie würden Sie die Entwicklung im Geschäftsjahr 2018 aus Ihrer Sicht zusammenfassen?

Wir haben uns in den Wachstumsfeldern E-Ticketing und Elektromobilität verstärkt und für das künftige Wachstum mit Akquisitionen und Innovationen gut aufgestellt. Das hat uns bei den Auftragseingängen einen neuen Rekordwert beschert. Unter anderem konnten wir so in Seattle den größten Auftrag unserer Konzerngeschichte gewinnen. Wir haben dafür jedoch auch auf einem Rekordniveau investieren müssen. Und das hat unser Ergebnis belastet. Deshalb ist jetzt unser vordringliches Ziel, diese Investitionen nachhaltig in höhere Gewinne umzumünzen.

>> Welche Vorteile ergeben sich für init aus der Gründung der neuen Niederlassung in Irland?

Der neue irische Standort ist unsere Antwort auf die angespannte Situation im deutschen Arbeitsmarkt. Hierdurch erhalten wir in einem internationalen Umfeld Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften aus dem Software-Bereich. Das kleine, effektive Team in der Nähe von Dublin wird dabei von Karlsruhe aus gesteuert und unterstützt uns künftig bei Teilprojekten als „verlängerte IT-Werkbank“.

>> init konnte die Expansion auch im Zuge der Akquisition von Mattersoft fortsetzen. Was versprechen Sie sich davon?

Mattersoft bietet uns viele Chancen: ein ergänzendes Produkt für kleinere und mittlere Anwendungen im ITCS-Bereich, für die unser umfassendes ITCS zu massiv ist, einen verbesserten Zugang zum nordeuropäischen Markt sowie zusätzliche Entwicklungsressourcen und Know-how. Diese Potenziale werden wir nun nach und nach heben.

>> Mit der zuvor erwähnten Prozessanalyse bereitet sich init auch intern auf weiteres Wachstum vor. Welche Schritte wurden bisher vollzogen?

Zuerst haben wir die wesentlichen Prozesse unserer Wertschöpfungskette sowie deren Stärken und Schwächen identifiziert. In einem zweiten Schritt haben wir diese mit den Anforderungen unserer Firmenstrategie abgeglichen und geprüft, ob es zusätzliche Abläufe geben wird oder ob sich die Schwerpunkte innerhalb unserer Prozessstruktur verschieben werden. Durch die Einbindung externer Berater, die uns bei der Definition von Soll-Prozessen unterstützen, wollen wir die Erfahrung anderer nutzen und von Best-Practice-Lösungen auf dem Markt profitieren. Letztendlich zielen diese Aktivitäten darauf ab, den Kundenservice weiter zu optimieren, Projekte noch effizienter abzuwickeln und die Profitabilität sowie Cashflow-Situation der init zu verbessern. 

>> Verbesserungspotenziale zu identifizieren erfordert ein hohes Maß an Transparenz. Wie wird diese innerhalb der Projekte gewährleistet?

Neben dem primär technisch orientierten Projektleiter ist jedem Auftrag auch ein Projektcontroller zugeordnet, der diesen kaufmännisch betreut und überwacht. Bei komplexeren Projekten verfolgen wir einen risikoadäquaten Ansatz, bei dem ein separates kaufmännisches Projektmanagement-Team zum Einsatz kommt. Zusätzlich stellen wir den Verantwortlichen einen Ansprechpartner aus der Geschäftsführung zur Seite, um die Transparenz sicherzustellen und Risiken kontrollieren zu können. Technisch bilden wir das Ganze bislang in einem ERP-System ab, das exakt auf unser Projektgeschäft zugeschnitten ist.

>> Zeichnen sich auch hier bereits Veränderungen ab?

Unser hochspezialisiertes ERP-System wurde für uns spezifisch erweitert und über die Jahre optimiert. Im Rahmen der Prozessanalyse analysieren wir nun, ob das System weiterhin mit den perspektivischen Wachstumsplanungen der init kompatibel ist. Aktuell ziehen wir verschiedene Szenarien in Betracht, um Transparenz und Effizienz auch in dieser neuen Größenordnung weiter garantieren und erhöhen zu können. 

>> Wie hat sich init darüber hinaus für das zukünftige Wachstum vorbereitet?

Wir konnten zuletzt mehrere Großaufträge gewinnen, die uns über viele Jahre ein stabiles Fundament für weiteres Wachstum bieten. Dies ist auch das Resultat der Akquisitionen und unserer Anstrengungen bei der Neuentwicklung von Hard- und Software im Bereich Ticketing. Dieser Investitionsaufwand hat zwar 2018 insbesondere durch notwendige Mehrarbeiten unser Ergebnis belastet, sollte sich jedoch nachhaltig positiv auf das Wachstum der init SE auswirken. Auch beteiligen wir uns aktiv an der Forschung zu zukunftsweisenden Themen wie der Elektromobilität und der Vernetzung von Mobilitätskonzepten. Nicht zuletzt haben wir uns im personellen Bereich verstärkt und das Personalmarketing professionalisiert, um gerade im IT-Bereich besser auf die angespannte Arbeitsmarktsituation vorbereitet zu sein. Dadurch und dank eines insgesamt attraktiveren Arbeitgeberprofils wollen wir Mitarbeiter gewinnen und nachhaltig an init binden. Ein konkretes Beispiel dafür ist die neue INIT-Academy, in der wir seit 2018 unsere internen Weiterbildungsangebote bündeln.

>> Was haben Sie sich persönlich für 2019 vorgenommen?

Ich möchte die von uns in Angriff genommenen Projekte weiter vorantreiben und zu einem erfolgreichen Abschluss bringen und so unseren Weg zu weiterem Wachstum ebnen. Außerdem habe ich mir zum Ziel gesetzt, die Finanzkommunikation verstärkt auszubauen. Darüber hinaus freue ich mich darauf, als Finanzvorstand noch einen stärkeren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens leisten zu können, als mir dies in meiner vorherigen Rolle möglich war.

>>Vielen Dank für das Gespräch!

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