Intelligente Systeme sorgen für Entlastung und Effizienz: Smarte KI-Assistenz und flexible Dienstplanung unterstützen das Fahrpersonal im ÖPNV. In der Leitstelle werden Routinetätigkeiten vereinfacht und komplexe Entscheidungen abgesichert. Gleichzeitig ebnen autonome Shuttles den Weg für ein erweitertes Angebot und helfen, den Fachkräftemangel abzumildern.
KI für den Abbau von Sprachbarrieren
KI kann Neueinsteigern im Fahrdienst, die mit Sprachbarrieren kämpfen, die Arbeit erleichtern. Hier helfen KI-gestützte Übersetzungen von Leitstellen-Nachrichten über den Bordrechner. Ergänzt wird dies durch Menüs, die sich auf verschiedene Sprachen umstellen lassen. Eine Turn-by-Turn-Navigation unterstützt bei unbekannten Linien. So wird Fahrpersonal schneller einsetzbar.
Smarte Dienstplanung für mehr Lebensqualität
Wechselnde Schichtmodelle machen es schwer, Beruf und Privatleben des Fahrpersonals aufeinander abzustimmen. Das bringt besonders Beschäftigte in Bedrängnis, die zu Hause den Hauptteil der Sorgearbeit für Kinder und Familie übernehmen. Hier sind intelligente Lösungen gefragt: Unser modernes Personaldispositionssystem ermöglicht es, individuelle Bedürfnisse viel besser zu berücksichtigen. Das Fahrpersonal kann bevorzugte Dienstzeiten bequem per PC oder mobil übermitteln. Der intelligente Algorithmus analysiert alle Wünsche, rechtlichen Vorgaben und personellen Anforderungen, um optimale und faire Dienstpläne zu erstellen – effizient, regelkonform und individuell auf die Mitarbeitenden zugeschnitten. Das Diensttauschmodul bietet zudem die Möglichkeit, Schichten kurzfristig anzupassen oder zu tauschen. Dadurch werden Mitarbeitende zufriedener und die Fehlzeiten lassen sich verringern.
Intelligente Steuerung, autonome Shuttles
© Bertrandt
Autonom fahrende Shuttles und Busse können den ÖPNV in Deutschland in der Zukunft deutlich verbessern: Mit ihnen lässt sich das Angebot erweitern und der Fachkräftemangel abmildern. INIT forscht schon seit einigen Jahren in diesem Bereich: Das aktuelle Projekt ABSOLUT II project untersucht die technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen für eine Zulassung automatisierter Shuttles. Entwickelt wird eine intelligente Systemarchitektur auf Basis einer Brokerarchitektur nach VDV 435, die eine standardisierte, herstelleroffene Integration aller relevanten Teilkomponenten ermöglicht – von der ÖVLeitstelle über die Technische Aufsicht bis hin zum Fahrzeug. Ziel ist es, das Betriebsleitsystem so weiterzuentwickeln, dass der bisher im Fahrzeug notwendige Sicherheitsfahrer durch eine technische Aufsicht in der Leitstelle ersetzt werden kann. Um die flächendeckende Einführung von 10.000 Fahrzeugen bis 2030 geht es im Forschungsprojekt BRAVE10k.
So gelangt der ÖPNV einen Schritt näher an eine skalierbare, sichere und autonome Zukunft.
KI-Assistenten für die Leitstelle
Die Arbeit in der Leitstelle ist hochkomplex und erfordert umfangreiche Betriebserfahrung, über die viele Mitarbeitende heute nicht mehr verfügen. Deshalb entwickeln wir KI- und vorgabenbasierte Tools, die dieses Erfahrungsdefizit ausgleichen und Leitstellenmitarbeitende im täglichen Betrieb gezielt unterstützen.
Wie KI die Leitstellenarbeit konkret erleichtern kann, zeigt das Projekt KARL, das wir gemeinsam mit namhaften Partnern vorantreiben. Im Fokus steht ein KI-basierter Vorschlagsassistent, der bei Störungen auf Basis vergleichbarer Situationen aus der Vergangenheit geeignete Maßnahmen empfiehlt. Dadurch wird das Personal entlastet, und der Betriebsablauf stabilisiert sich.
Ein weiteres wichtiges Werkzeug ist RESPONSEassist, das System für Störfallmanagement und Multikanal-Information. Es arbeitet mit Vorgaben für die Disponenten zur Bearbeitung von Störungen und mit vorgefertigten Templates, mit denen sich Fahrgastinformationen automatisiert erstellen und über alle relevanten Kanäle ausspielen lassen – von der Website bis zur Lautsprecherdurchsage.
Darauf aufbauend unterstützen zusätzliche Assistenzfunktionen im Betriebsleitsystem die operative Leitstellenarbeit. Das neue Incident Management vereinfacht insbesondere die Einrichtung von Umleitungen – gerade an Verkehrsknotenpunkten ein zeitaufwendiger und fehleranfälliger Prozess. Der Disponent kreist einfach die Störungszone auf der digitalen Karte ein. Das System erkennt, welche Linien betroffen sind und schlägt Umleitungen vor.
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